Bergshausen, Geschichtliches

1231 wird Berchodeshusen erstmalig in einer Urkunde vom Kloster Breitenau erwähnt. Bergshausen ist zurückzuführen auf den Gründer Bergoz, der hier sein erstes Haus errichtete. 1315 zählte der Ort zur 2. Hundertschaft (Kirchditmold) und bildete mit Dennhausen, Rengershausen und Freienhagen einen Gerichtsbezirk.

Um 1346 zählte Bergshausen zu den Besitzungen des Stiftes Kaufungen und es wird ein „Ober-Berkhusen“ erwähnt; am Rondell sind Spuren der ersten Ansiedlung entdeckt worden. Urnenfunde aus dieser Gegend weisen darauf hin.

Die Gründe für die Verlegung des Wohnsitzes in die unmittelbare Nähe der Fulda scheinen in der Unsicherheit an der alten Nürnberger Straße, am Wassermangel und am Fischreichtum der Fulda gelegen zu haben.

Der älteste bauliche Zeuge des neu erstandenen Unter-Bergshausen dürfte das alte Freudensteinsche „Fischerhäuschen“ sein. 1744 zählte der Ort 176 Einwohner. 1813 vertrieb der russische General Tschernitschoff die Franzosen aus dem Kasseler Becken. Auf der Schanze (Hartrod) hatten die Franzosen Befestigungen errichtet. 1815 wird nördlich des Ortes die erste Friedenslinde und 1872 die zweite gepflanzt.

Die ältesten Funde aus vorgeschichtlicher Zeit wurden am Heidenküppel und am Rondell in der Nähe der ehemaligen B 83, heute L 3460, der so genannten Nürnberger Straße, ausgeackert. Es handelt sich um mehrere Urnen, die im Landesmuseum in Kassel aufbewahrt sind und in die vorgeschichtliche heidnische Zeit weisen.

An der Sandgrube nach den Linden zu“ (ebenfalls an der Nürnberger Straße, die Sandgrube ist dort heute noch) lag bis zu der im Jahre 1872 erfolgten Verkoppelung (eine Art Flurbereinigung) ein dicker Stein, der Ditterstein genannt wurde. An diesem Stein , so erzählt man, waren deutlich 5 Fingereindrücke zu sehen. Diese hatte der Stein bekommen, als er vom Herkules vom Habichtswald herüber geworfen wurde, um den Meeresgott Poseidon zu zerschmettern. Nach der einen Lesung wurde der Stein bei der Zusammenlegung zerschlagen und zu Grenzsteinen verwandt, nach der anderen Berichterstattung in die Fulda gewälzt. Solcherlei Legenden finden sich in der Gegend um Kassel allerdings mehrfach.